«Progress Report» Treffen der NFP 63 «Stammzellen»-Forschungsgruppen
Am 23. und 24. Mai 2011 fand das erste «Progress Report» Treffen des Nationalen Forschungsprogramms «Stammzellen und regenerative Medizin» (NFP 63) im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil statt.
Ziel des Treffens war es, dass alle zwölf Forschungsgruppen die Fortschritte des letzten Jahres präsentieren und den Austausch untereinander verstärken. Eingeladen waren nicht nur die Forschungsgruppenleiter, sondern auch die Doktoranden und PostDocs.
Bernard Thorens, Präsident der Leitungsgruppe des NFP 63, ist zufrieden mit dem Treffen und dem bisherigen Verlauf des NFP: «Wir sind auf gutem Weg. Einige Forschungsprojekte können bereits vielversprechende Resultate vorweisen.»
Neben den Präsentationen der Forschungsgruppen standen zwei Vorträge auf dem Programm: Michael Rosen, Mitglied der Leitungsgruppe und Professor an der Columbia Universität in New York, referierte über die Möglichkeiten eines biologischen Herzschrittmachers. Robert Passier von der Universität Leiden sprach über Ansätze, wie beschädigte Herzen mit Hilfe von pluripotenten Stammzellen behandelt werden können. Abschluss des Treffens bildete eine Führung durch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum.
18.05.2010
Ort: Haus der Universität, Bern
Veranstalter: NFP 63
Kick-Off Meeting
Am 18. Mai 2010 fand das Kick-Off-Meeting des NFP 63 statt. An diesem Meeting versammelten sich alle Forschenden, die an den Projekten des Programms beteiligt sind. Gastrednerin war Elaine Dzierzak, Professorin für Entwicklungsbiologie an der Erasmus Universität in Rotterdam.
Elaine Dzierzak präsentierte den knapp 50 anwesenden Forscherinnen und Forschern am Kick-Off Meeting einige Ergebnisse ihrer jahrelangen Untersuchungen über die Entstehung und Entwicklung von Blutstammzellen. Nach einer kurzen Einführung über die Natur der Stammzelle ging Dzierzak auf den komplizierten Entstehungsprozess von Blutstammzellen ein. Jeden Tag produziert der menschliche Körper Millionen neuer Blutzellen, die alle aus den Blutstammzellen hervorgehen. Dzierzak beschäftigt sich vor allem mit folgenden Fragen: Wie und wo entstehen die allerersten dieser Zellen im Embryo? Welche Faktoren sind dazu nötig? Dzierzak hat einige Erfolge vorzuweisen: Mit ihrem Team hat sie herausgefunden, dass Blutstammzellen während einer kurzen Periode in der Entwicklung des Embryos in der dorsalen Aorta gebildet werden. Damit konnte sie die lange gehegte Vorstellung beerdigen, wonach Blutstammzellen vom Dottersack abstammen.
Die Zukunft der Stammzellforschung beurteilt Elaine Dzierzak positiv. Seit dem Jahre 2000 habe sich dieser Forschungsbereich enorm entfaltet. Wie viele andere Forscher auch sieht sie die induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) als vielversprechende Alternative zu den embryonalen Stammzellen. Allerdings gebe es in diesem Bereich noch viele offene Fragen zu klären, etwa die genetischen Veränderungen der iPS-Zellen gegenüber der Ausgangszelle oder die Entstehung von Tumoren. «Es ist noch ein sehr, sehr langer Weg zu gehen, bis diese Zellen therapeutisch angewendet werden können», so Dzierzak.
Dzierzak studierte an der Universität von Illinois, doktorierte an der Yale Universität und forschte danach am Whitehead Institut für Biomedical Research sowie am National Institute for Medical Research in London.